Projektland Deutschland

Überfischung

Die Fischpopulationen in der Ostsee befinden sich in einem katastrophalen Zustand. Sowohl der östliche als auch der westliche Dorschbestand stehen kurz vor dem Zusammenbruch, und bis auf einen Heringsbestand haben alle mit ernsten Schwierigkeiten zu kämpfen. Dieser verheerende Zustand kommt nicht aus heiterem Himmel. Die Verschlechterung der Lage hat sich in den letzten zehn Jahren aufgrund von Überfischung und Umweltzerstörung stetig beschleunigt. Die Festsetzung der zulässigen Gesamtfangmengen im Einklang mit den wissenschaftlichen Empfehlungen reicht nicht mehr aus, damit sich die Fischpopulationen in der Ostsee erholen können. Stattdessen muss der allgegenwärtige Einsatz zerstörerischer Fangtechniken wie der Grundschleppnetzfischerei beendet werden, um die empfindlichsten Lebensräume der kommerziell wichtigen Fischpopulationen zu schützen.

Verbot der Grundschleppnetzfischerei

Ein Verbot der Grundschleppnetzfischerei
ist eine wirksame Maßnahme, um die Erholung der Fischpopulationen zu unterstützen. Dies wird am Beispiel des dänischen Öresunds deutlich, wo die Grundschleppnetzfischerei seit 1932 verboten ist. Es ist der einzige Ort in der Ostsee, an dem sich die Dorschpopulation noch gut entwickelt. In der deutschen Ostsee ist die Grundschleppnetzfischerei nur innerhalb von 3 Seemeilen vor der Küste verboten, und es gibt zahlreiche Ausnahmen. Die deutsche Regelung ist eindeutig unzureichend, um die Erholung der Fischpopulationen zu gewährleisten. Wir müssen die Grundschleppnetzfischerei in den deutschen Hoheitsgewässern (bis zu 12 Seemeilen) verbieten, vor allem in Meeresschutzgebieten und wichtigen Laich- und Aufwuchsgebieten für Dorsch und Hering. Dies ist eine entscheidende Maßnahme, um den Zustand der Fischpopulationen in der Ostsee und ihre marinen Lebensräume zu verbessern.
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